Prof. em. Dr. Johannes Hoffmann
Fachbereich Katholische Theologie
Die Forschungsgruppe Ethisch-ökologisches Rating an der Goethe Universität. Forschngsergebnisse und ihre Wirkung in Wirtschaft und Politik
Die Forschungsgruppe entwickelte in den 90er-Jahren die erste umfassende Kriteriologie für verantwortliche Geldanlagen – den „Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden“; dieser war wegweisend und fand national wie international Resonanz. Aus der dort begründeten Systematik von drei Nachhaltigkeitskriterien (Kulturverträglichkeit, Naturverträglichkeit und Sozialverträglichkeit) wurde das Corporate Responsibility Rating der oekom research AG in München entwickelt, das heute von über 60 institutionellen Investoren, Banken und Fondsgesellschaften in acht Ländern angewandt wird.
Wir wollen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik davon überzeugen, dass u. a. die gesetzlichen Grundlagen der Wettbewerbsordnung die nachhaltige Entwicklung behindern, solange sie Investoren, Unternehmen und Konsumenten das fast uneingeschränkte Streben nach Wettbewerbsvorteilen erlauben, die aus der Abwälzung von Kosten (Externalisierung) auf Umwelt und Gesellschaft resultieren. Wenn zugelassen wird, dass die Marktleistung auf der Ausbeutung der Gemeingüter beruht, wird der Wettbewerb diskreditiert und zugleich die Kapitalrendite; denn der Markterfolg trägt dann zum Verzehr der Substanz bei, zur Verelendung der künftigen Generationen. Deshalb brauchen wir Gesetze, die den Wettbewerb so regeln, dass er nachhaltig wird.

